Liebe BewohnerInnen, Naturbegeisterte und Aktive des Naturparks Aukrug,
Prost Niejohr!
Wir wünschen Allen ein frohes neues Jahr, Gesundheit und schöne Stunden an der frischen Luft!
Und möchten natürlich noch einen kleinen Überblick des letzten halben Jahres geben:
Am Mittwoch, den 10. Dezember, luden Naturpark und Naturschutzring gemeinsam mit der Schrobach-Stiftung zum lebendigen Adventskalender am zukünftigen Naturschutzzentrum ein. Bei „heißem Hirsch“ und hauseigenem Apfelsaft haben wir besinnlich das Jahr Revue passieren lassen, gemeinsam gelacht und uns ausgetauscht. Einige bekamen trotz Dunkelheit einen ersten Eindruck von der Schönheit und den Möglichkeiten des Geländes. Andere waren bereits bei einer Mitmachaktion dabei, wie beim Bau eines Sandariums im Rahmen der „(G)Artenvielfalt bei mir Zuhaus“, gefördert durch das MEKUN (Ministerium für Energiewende, Klimaschutz, Umwelt und Natur). Unter den Fittichen eines Landschaftsgärtners wurde ein Lebensraum für trockenheitsliebende Arten angelegt und insgesamt 18 Tonnen Sand „verbaut“. Viele Wildbienenarten benötigen offene Bodenstellen, um ihre Brutröhren anzulegen und so leistet ein Sandarium einen wichtigen Beitrag zum Artenschutz. Nun wird es spannend, ob die Wildbienen oder wir als erstes einziehen ;)
Mulmkästen und Käferhaufen
Was haben der Naturpark Aukrug und Südschweden gemeinsam? In beiden Ge-bieten gibt es nicht nur bezaubernde Land-schaften und Naturvielfalt sondern auch riesige Nistkästen und seltsame Holzpyra-miden.
In den Wäldern der Schrobach-Stiftung beidseits der Bünzau stehen seit November mehrere Mulmkästen und sogenannte Kä-ferhaufen, ebenfalls gefördert durch das MEKUN. Diese imitieren Bedingungen, wie sie vor allem in Baumhöhlen und im Wurzel-teller alter Laubbäume zu finden sind. Es gibt hunderte (!) Insektenarten, die sich ge-nau darauf spezialisiert haben und ohne Mulm, Totholz & Co ihren Lebenszyklus nicht durchlaufen könnten. Die Käferhaufen bestehen aus senkrecht eingegraben Ei-chenstämmen. Mulmkästen ahmen die Be-dingungen von alten, hohlen Eichen nach. Es handelt sich dabei um 2,5 m hohe Holz-kästen, die mit einer Mischung aus Eichen-laub und - sägespänen gefüllt sind und zu-sätzlich an Eichen stehen. Alte Eichen wer-den ab einem gewissen Alter hohl, indem Pilze das von Verletzungen wie Astabbrü-che, Blitzschläge oder Spechtlöcher freilie-gende Holz angreifen und zersetzen. Der dadurch entstehende Mulm ist essenziell für Arten wie zum Beispiel den Eremiten oder dem Hirschkäfer. Heutzutage besteht ein Mangel solcher Mikrohabitate und bis diese Altersklasse wieder ausreichend besetzt ist, versucht man mit künstlichen Strukturen diesen Lebensraum zu imitieren.
In Südschweden haben Studien gezeigt, dass Mulmkästen und Käferhaufen gerne angenommen werden und wir erhoffen uns in ein paar Jahren ähnliche Resultate.
Wiedervernässung zur Renaturierung und für den Klimaschutz
Das Viertshöher Moor in Aukrug-Böken ist ein weitgehend entwässertes Hochmoor. Nun wurde durch mehrere mit Ersatzmitteln des Kreises Rendsburg geförderte Maßnah-men der Wasserstand im Moor vom Natur-schutzring Aukrug zusammen mit der Ge-meinde und den betroffenen Landwirten wieder angestaut. Durch mehrere Vorkeh-rungen wird garantiert, dass keine angren-zenden landwirtschaftlichen Flächen ver-nässt werden.
Im Moor verhindert nun zukünftig eine Dichtbahn mit Torfverwallung den schnellen Wasserabfluss von Ost nach West. Zudem soll der Vorfluter, über den die ganze Ent-wässerung des Moores läuft, mit einem neuen Mönch bis zu 20 cm höher als bisher eingestaut werden. So wird das Moor wie-der so nass, dass Torfmoose flächig gedei-hen und mit ihren absterbenden Teilen sich neuer Torf bilden kann.
Corporate Volunteering? Was ist das?
Manche Menschen mögen Fremdwörter. Uns reicht „Freiwilligenarbeit von Unterneh-men“. Vermehrt nutzen Unternehmen ihre Betriebsausflüge, um ihre gesellschaftliche Verantwortung und ihr Umweltbewusstsein ganz praktisch zu zeigen. In diesem Rah-men besuchte uns ein 10-köpfiges Team der Hilti Gruppe im September 2025.
An gleich zwei Tagen ging es auf den Box-berg bei Aukrug zur Pflege des dortigen Walderlebnispfades, wo ich als Naturpark-Ranger die verschiedenen Tätigkeiten koor-dinierte. Für alle war etwas dabei. Wir er-neuerten und versetzen etliche Schilder und Infotafeln, werteten die Sprunggrube und den Totholzhaufen an der Marderburg auf und versetzten den Kronenblick. Beim Ab-bau des nicht mehr verkehrssicheren Fle-dermausbunkers blinzelte uns eine schläfri-ge Fledermaus an, die wir behutsam umset-zen.
Es war ein echtes Teambuilding bei herr-lichstem Wetter! Eine Führung über den Boxberg gab es obendrauf. Hilti, gerne wie-der! (Schließlich möchte der Fuchsbau wie-der aufgebaut werden ;))
Der 600. Obstbaum steht in Brammer
Es ist vollbracht! Seit 2018 läuft das Natur-parkprojekt „Obstbäume in den Naturpark-gemeinden“ und nach nunmehr acht Jahren haben wir den 600. Baum gepflanzt und das Projekt mit diesem Highlight zunächst been-det.
Die Bilanz: Wir haben in insgesamt 23 Na-turparkgemeinden gepflanzt. Immer auf öf-fentlich zugänglichen Flächen, denn schließlich sollen alle BürgerInnen etwas davon haben. Mitgemacht haben 10 Ge-meinden aus dem Kreis Rendsburg-Eckernförde und 13 aus Steinburg. Unter den hochstämmigen Obstbäumen – alles alte Sorten – waren 138 Apfelsorten, 23 Birnensorten, 6 Kirschen, 3 Quitten und 14 Zwetschen. Der 600. Baum ist der, den wir zuallerletzt in die Erde gebracht haben. Das war rein zufällig eine italienische Frühzwet-sche, die nun als einzige ihrer Sorte in Brammer zu bewundern ist. Großen Dank an dieser Stelle an den Baumschulbesitzer Oleg Ceban für all seine Mühen, an das MEKUN für die Förderung und an alle fleißi-gen Mitpflanzer in den Gemeinden sowie die zukünftigen ehrenamtlichen Baumpaten.
Und das Projekt bietet noch so viel mehr: der direkte Austausch mit den Gemeinden, das gemeinschaftliche Pflanzen, Veranstal-tungen rund um die Apfelblüte und das Be-gleiten der jungen Bäumchen bis ins hohe Alter. Bäumchen, rüttel Dich! Gold und Sil-ber wollen wir gar nicht, aber Deinen ökolo-gischen Wert, den nehmen wir gerne.
Umweltbildungsaktionen
Vom Waldbaden bis zur Waldohreule
An insgesamt 14 Terminen kamen in diesem Jahr zertifizierte Natur- und Landschaftsführer sowie Wald- und Wildnispädagogen in einer unserer Kooperationseinrichtung zum Einsatz. Möglich ist dies durch eine zweijährige Förderung des MEKUN, die uns erlaubt, die Experten in Sachen Naturvermittlung in die Naturpark-Schulen und -Kitas zu schicken.
So kamen Vorschulkinder in den Genuss des Waldbadens und bauten Wichtelhäuser mit Naturmaterialien. Einige trauten sich selbst im Oktober noch barfuß achtsam über den Waldboden zu schreiten.
Lars Wegeleben brachte Schülern der Grundschule Gnutz die Königinnen der Nacht, die Eulen, näher und lehrte den Hortkindern aus Aukrug das Schleichen wie ein Fuchs.
Mit Wiebke Stieper und Tamara Tams gingen bereits die Kleinsten auf Streifzug. Ob es nun um totholzbewohnende Käfer im Wald oder um die Schätze auf einer Wiese ging, die Neugierde lies die Krippenkinder mit ihre kurzen Beinchen überall hin tragen.
Tessa und Sarah an Bord
Hallo, ich bin Tessa und mache seit dem 01.08.2025 mein FÖJ im Naturpark Aukrug. Dort unterstütze ich Projekte rund um Naturschutz und Umweltbildung. Hier gibt es viele unterschiedliche Aufgaben und ich mache das FÖJ, damit ich mich weiterentwickeln und herausfinden kann, wie es für mich nach dem Jahr weitergeht und ich beruflich machen möchte.
Und ich bin Sarah Glindemann und seit dem 01.11.2025 beim Naturschutzring als Nachrückerin dabei. Ich helfe bei praktischen Projekten in der Natur, sowie beim Socialmediaauftritt des Vereins. Meine Intention war von Anfang an mit eigenen Händen Projekte für den Naturschutz umzusetzen, viel Erfahrung dabei zu sammeln und damit gegen die Artenkrise anzusteuern.
Im August 2026 beginnt wieder das neue FÖJ-Jahr. Interessierte können sich bewerben unter:
https://oeko-jahr.de/einsatzstelle/foej-umweltbildung-bne-im-naturpark-aukrug/