Naturpark Aukrug – Newsletter 2025 (1. Halbjahr)

Aufschlag Naturparkmarkt - Ein bunter Haufen für einen informativen Tag:

Am Sonntag, den 13.07.2025, fand erstmalig der Naturparkmarkt im Rahmen der 55-Jahrfeier der Gemeinde Aukrug auf der hiesigen Festwiese statt. Mit etwas Wetterglück gesegnet wurde es zu einer wundervollen Veranstaltung mit insgesamt 15 Ausstellern und Ansprechpartnern aus den Bereichen Naturschutz, Naherholung und Naturerleben. Viele Besucher aus dem Naturparkgebiet und darüber hinaus haben den Weg zu uns gefunden und sorgten den ganzen Tag für einen gleichmäßigen Zulauf. Vom Waldpädagogischen Anhänger der Kreisjägerschaft Rendsburg West e.V., über das Info-Mobil des Imkervereins Aukrug, einem Wettkampf von Freischneider vs. Sense bis zu naturkundlichen Spielen für Groß und Klein bot ein buntes Programm für Abwechslung und Kurzweil. Auch die „Speichenflitzer“ konnten an diesem Tag im Rahmen der Aktion „Aukrug radelt“ mit insgesamt 8520 km auf ihrem Tacho geehrt werden. Aufgrund des Erfolges stehen nun Überlegungen an, dass es bei unserem Markt nicht bei einer einmaligen Veranstaltung bleibt.

Danke an die Aussteller für die Teilnahme und die Gemeinde Aukrug für die Unterstützung beim Auf- und Abbau!

 

Renaturierung der Teichkette

Anfang des Jahres wurde an den ehemaligen Fischteichen in Aukrug-Innien umfangreiche Naturschutzmaßnahmen umgesetzt. Ziel war es, die Teiche, die im europäischen Schutzgebiet nach der Flora-Fauna-Habitat-Richtline liegen, einerseits naturnah zu gestalten und wertvolle Lebensräume für zahlreiche Tier– und Pflanzenarten zu schaffen, anderseits eben diesen Fischteichcharakter als gewachsene Kulturlandschaft zu erhalten.

Ein zentraler Bestandteil war das Wassermanagement durch neue „Mönche“ (siehe Foto unten) zu vereinfachen. Diese unterstützen durch die einstellbare Regulierung des Wasserspiegels aktiv beim Abfischen und beim kontrollierten Besatz der Teiche mit Friedfischen wie u.a. Karauschen, Moderlieschen, Rotfedern und Schleien. Dadurch wird das ökologische Gleichgewicht der Teiche aufrechterhalten, unerwünschte Überpopulationen vermieden und die Wasserqualität verbessert.

Ein weiterer wichtiger Schritt war das Entschlammen der Teiche. Durch das Entfernen von organischem Material, das sich über die Jahre am Teichboden abgesetzt hat, wurde die Wasserqualität deutlich verbessert. Der Schlamm konnte dann als Bodenverbesserer auf nahegelegene sandige Ackerflächen gebracht werden. Bei den Baggerarbeiten wurden die Ufer zudem so gestaltet, dass flache Uferzonen als Laichplätze und Rückzugsorte für Knoblauchkröten, Kammmolche und Co. entstanden. Die Knoblauchkröte hat hier sogar einen landesweiten Hot-Spot und soll in den kommenden Jahren in den Fokus unserer Bemühungen rücken.

Zusätzlich wurden die Dämme instandgesetzt und von den aufwachsenden Gehölzen befreit. Auch eine anliegende überalterte Weihnachtsbaumkultur wurde entfernt und die Humusschicht geplaggt, um magere Bedingungen für trockenheitsliebende Arten wie Besenheide und die darin wohnenden Insekten zu schaffen. 

Insgesamt trägt diese vom Kreis Rendsburg-Eckernförde geförderte Naturschutzmaßnahme dazu bei, die ehemaligen Fischteiche in abwechslungsreiche wertvolle Lebensräume zu verwandeln, die im Zuge der Umweltbildung mit dem Naturpark Aukrug erkundet werden kann. 

 

Was lange währt, wird Obst

In den letzten Monaten war meine Rangertätigkeit sehr vom Obstbaumprojekt bestimmt, das der Naturpark bereits seit mehreren Jahren zusammen mit den Gemeinden betreibt. Mit Helga Heesch vom Naturschutzring zog ich im August über die Lande, um zuvor gepflanzte alte Sorten zu kontrollieren und hier und da gutmütig zu lenken. Es macht viel Spaß zu sehen, wie die Bäumchen sich mausern, Form annehmen und die Gemeinden sich für ihren Erhalt einsetzen. Ab November standen dann Neupflanzungen in Aukrug, Arpsdorf, Jevenstedt und Silzen an. Inzwischen haben es sich die von Baumschule Ceban gelieferten Obstbäume im winterlichen Boden gemütlich gemacht, dank der vielen Engagierten, Groß und Klein und manchmal tierisch, vor Ort.

Nach sieben Jahren bringt das vom MEKUN geförderte Projekt es sage und schreibe auf 21 Dörfer, 552 Bäume, davon 132 Apfel-, 18 Birnen-, 10 Pflaumen-, 4 Kirschen- und 3 Quittensorten.

Das Beste? Das Projekt geht 2025 weiter! Gemeinden, die noch öffentlich zugängliche Flächen zur Verfügung haben, dürfen sich also gerne bei uns melden. Denn was lange währt, blüht bunt, gibt Obst und tut Mensch, Tier und Natur nachhaltig gut.

 

Hören, sehen, staunen, lernen

Immer mehr Gemeinden, lokale Gruppen, Mitbürger und Besucher des Naturparks machen von unserem vielseitigen Angebot Gebrauch, das bunte Treiben eines Rangers mitzuerleben, sei es als Vortrag in geselliger Runde bei Kaffee und Kuchen oder als geführte Wanderung. Geologie, Geschichte, Biologie und Ökologie, Anekdoten – es ist von allem etwas dabei und darf jederzeit durch persönliche Erlebnisse der Teilnehmenden bereichert werden.

„Es ist mir ein Anliegen, Euch den Naturpark und meine Arbeit in allen Facetten näherzubringen. Drinnen und draußen. Wenn ich mir etwas wünschen darf – nehmt doch öfter mal Eure Kinder oder Enkel mit, damit das Knowhow auch in alle Ecken der Gesellschaft hineinsickert.“

 

Artenneugier

Es ist erstaunlich, was der Spätherbst noch an Tier-, Pflanzen- und Pilzarten hergibt! Kürzlich war ich auf dem Boxberg und auch an den Dithmarscher Bergen unterwegs und habe – auf den Wegen bleibend und mit etwas Beobachtungsgabe – die tollsten Fotos machen dürfen. Stierkäfer, Heide-Keule, Erdwarzenpilz, … die Liste wuchs im Minutentakt.

Weiß ich immer auf Anhieb, wen ich da vor mir habe? Nein; dafür benutze ich regelmäßig die Bestimmungsapp ObsIdentify und ich empfehle sie jedem weiter. Wer mehr über diverse Bestimmungsapps erfahren möchte, findet einen Vergleich auf folgender Website: www.bisa100.de/beobachten-erkennen/bestimmungsapps

 

Umweltbildungsaktionen

Wir entdecken jeden Flecken

Regelmäßig schaut die Erlenhof-Wandergruppe auf die Karte und überlegt sich ein neues Ziel im Naturpark Aukrug. Gerne darf dies auch mal außerhalb des Dunstkreises liegen aber diese Mal fiel uns auf, dass wir schon sehr lange nicht mehr auf dem Boxberg waren. Gesagt, getan und das schönste Spätsommerwetter mitgenommen. Begleitet wurde die inklusive Gruppe diese Mal unter sachkundiger Leitung des Naturpark-Rangers, entdeckte manch Krabbeltier und erfuhr Spannendes über die Entstehungsgeschichte.

 

Als nächstes Ziel wurde sich die Störkathener Heide ausgeguckt. Ausgerüstet mit einem Heide-Bingo-Zettel, ausgedacht vom FÖJler Nis, wurde eifrig Ausschau nach Spinne, Kiefer, Besenheide & Co gehalten. Gewonnen haben am Ende dann doch die Kinder :)

  

Schleswig-Holstein ist einfach schön!

Auch in der zweiten Jahreshälfte haben wir neben Stippvisiten anderer Einrichtungen unsere Kooperationspartner wie die Naturpark-Schule Gnutz und den Naturpark-Kindergarten „Alte Schule Meezen“ regelmäßig getroffen. Besonders eindrücklich war unser Besuch im Storchenparadies Bergenhusen und nicht nur aufgrund des riesigen Reisebusses, der uns in eines der größten Weißstorch-Kolonien Norddeutschlands brachte.

Jedes Jahr kehren an die 20 Storchenpaare zu ihren angestammten Nestern zurück, die hier Hoier Boier genannt werden, also die, „die das Nest hoch bauen“. Und egal auf welches Dach wir schauten, überall klapperte es, wurden die Jungen gefüttert und Weißstörche zogen am Himmel ihre Kreise. Auf der Busrückfahrt durfte natürlich auch das altbekannte Lied „Auf unsrer Wiese gehet was…“ nicht fehlen. ♫

  

 

 

 

 

 

 

 

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Wir dürfen uns Qualitäts-Naturpark nennen!

Mit Qualität zum Ziel: Wir freuen…

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